Testberichte

Rechteckfiltersystem LC-PRO 100 im Praxistest Landschaft und Food

Filterhalter vom Filterfotograf Riko Best im Test
Filterhalter vom Filterfotograf Riko Best im Test

LC-PRO 100 im Praxis-Test mit Sony A7 IV und Tamron 17–28 mm

Mein Setup und warum ich den Halter gewählt habe

Filterhalter vom Filterfotograf Riko Best im Test
Filterhalter vom Filterfotograf Riko Best im Test

Ich nutze den LC-PRO 100 an der Sony A7 IV mit dem Tamron 17–28 mm f/2.8. Da das Tamron ein 67-mm-Gewinde hat, adaptiere ich mit einem 67→77-mm Step-Up-Ring auf den 77-mm-Basisring des Systems. Der LC-PRO 100 passt für 100-mm-Rechteckfilter und bringt einen integrierten, magnetischen CPL mit, der sich direkt am Halter bedienen lässt. Das ist für mich in der Landschaft genial, weil ich schnell zwischen ND/GND und Polarisationswirkung wechseln kann. In der Foodfotografie nutze ich den CPL, um Spiegelungen auf Glasur, Keramik und Edelstahl zu bändigen.

Verarbeitung und Design

Der Halter besteht aus präzise gefrästem Aluminium und ist matt schwarz eloxiert. Das wirkt sehr wertig, ist robust und vermeidet störende Reflexe. Die Führungsschienen laufen sauber, und ich kann bis zu drei 100-mm-Filter einsetzen. Für Langzeitbelichtungen gefällt mir die dichte Auflage mit Dichtung, die Streulicht zuverlässig reduziert.

Montage und Handling im Feld

  • Basisring und Step-Up: Ich schraube den 77-mm-Basisring auf meinen 67→77 Step-Up. Durch die flache Bauform sitzt der Halter nah an der Frontlinse, was Weitwinkel-Vignetten reduziert. Wechsle ich das Objektiv, tausche ich nur die Ringe, der Halter bleibt gleich.
  • Magnet-CPL: Der 86-mm-CPL sitzt magnetisch im Halter. Das seitliche Einstellrad ist groß genug, um es auch mit kalten Fingern sicher zu bedienen. In der Praxis drehe ich oft minimal nach, sobald ich den GND gesetzt habe, um Wasser, Blattwerk oder nasse Felsen gezielt zu betonen.
  • Filterwechsel: Zwei Schienen sind mein Standard. Die dritte nutze ich nur, wenn ich zusätzlich zu CPL + GND noch einen starken ND brauche. So bleibt der Aufbau flach.

Bildqualität

  • CPL-Wirkung: Der CPL arbeitet gleichmäßig. Wolken wirken plastischer, Wasseroberflächen verlieren harte Glanzlichter, Laub wirkt satter. Farbverschiebungen sind im RAW leicht über den Weißabgleich korrigierbar.
  • GND/ND: Kanten verlaufen sauber. Bei Gegenlicht sitzt die Lichtfalle zuverlässig. Ghosting ist mir bisher nicht aufgefallen. Die Ergebnisse sind reproduzierbar, was mir im Serien-Workflow wichtig ist.

Weitwinkel und Vignettierung mit 17 mm

Mit nur CPL sehe ich bei 17 mm keine praktische Vignette. Mit CPL plus einem 100×150-GND ist es an der A7 IV weiterhin sauber. Kommt ein dritter Einschub dazu, taucht an 17 mm eine leichte Eckabdunklung auf, die bei 18–19 mm verschwindet. Je nach Filterposition und Rotationswinkel lässt sich das entschärfen. Meine Tipps:

  1. nur zwei Schienen montieren, wenn möglich
  2. einen möglichst flachen Step-Up nutzen
  3. den GND nicht unnötig weit aus dem Halter herausziehen

Foodfotografie mit CPL

Bei Food setze ich den CPL häufig ohne Rechteckfilter ein. Glasuren auf Chicken Wings, glänzende Saucen oder Keramik reflektieren oft harte Lichtquellen. Mit fein dosiertem CPL bekomme ich mehr Struktur und sattere Farben, ohne dass das Essen unnatürlich matt wirkt. Wichtig ist, den Effekt nicht zu überziehen. Auf Metallen wie Besteck können unregelmäßige Polarisationsmuster entstehen. Dann drehe ich den CPL etwas zurück oder verändere den Aufnahmewinkel. Für Social-Shots am Fensterlicht ist das eine schnelle Qualitätsstufe ohne zusätzlichen Lichtformer.

Ergonomie und Geschwindigkeit

Das System ist schnell. Kamera aus dem Rucksack, Basisring drauf, Halter einklicken, CPL am Rad feinjustieren. Auf Touren mit wechselndem Licht ist das genau der Speed, den ich brauche. Praktisch finde ich auch den magnetischen Schutzdeckel für den CPL während der Pause oder beim Spotwechsel.

Kompatibilität

Ich nutze gemischte 100-mm-Filter. Der LC-PRO 100 nimmt Standard- und Slim-Varianten mit 2 mm Stärke auf. Das gibt mir Flexibilität bei ND- und GND-Typen. Für andere Objektive ist der Basisring in 77 mm und 82 mm verfügbar. Präzise One-Step-Adapter bringen mich von 67 mm auf den jeweiligen Basisring.

Was mir besonders gefällt

  • Integrierter Magnet-CPL mit großem Stellrad
  • Saubere Lichtdichtung für Langzeitbelichtung
  • Flacher Aufbau und gute Weitwinkel-Tauglichkeit
  • Kompatibel mit gängigen 100-mm-Filtern
  • Sinnvolles Zubehör wie One-Step-Adapter und Schutzdeckel

Wo ich Grenzen sehe

  • Drei Einschübe plus Step-Up und 17 mm sind ambitioniert. Für maximale Weitwinkel-Reserve bleibe ich meist bei zwei Einschüben.
  • Step-Up-Ringe sind immer ein kleiner Kompromiss. Ein flacher Adapter zahlt sich aus.
  • Bei stark polarisierendem Himmel kann der CPL zu ungleichmäßigen Himmelsverläufen führen. Dann dosiere ich vorsichtig oder nehme den CPL heraus.

Meine Standard-Kombi für Landschaft

  • CPL für Kontrast und Reflexionskontrolle
  • Soft GND 0.9 für den Himmel bei Sonnenauf- und -untergängen
  • ND64 für Wasserstrukturen am Tag, optional ND1000 für sehr lange Belichtungen

Diese Zusammenstellung deckt den Großteil meiner Landschaftsmotive ab und lässt sich mit dem LC-PRO 100 sehr schnell wechseln.

Fazit

Der LC-PRO 100 passt hervorragend zu meiner Sony A7 IV und dem Tamron 17–28 mm. Das System ist robust, schnell zu bedienen und weitwinkeltauglich. Der integrierte, magnetische CPL ist in der Landschaft ein echter Produktivitäts-Booster und bei Food mein Mittel der Wahl, um störende Spiegelungen zu zähmen. Mit zwei Schienen arbeite ich an 17 mm praktisch vignettierungsfrei. Für mich ist das ein durchdachtes, praxistaugliches Rechteckfiltersystem mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

About the author

Pixxelfreak

Hallo, ich bin Ralf Hofstede und ich bin Experte für Fotografie. Begonnen habe ich mit der Fotografie noch in der analogen Zeit mit den 36er Filmrollen und mich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

Mein Herz schlägt dabei besonders für die Landschafts- und Städtefotografie. Mein zweites Steckenpferd ist die Foodfotografie, welche ich für mein zweites Projekt, einem Grillmagazin benötige.

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